Zurück in Perth nehmen wir Scotty, unser 4x4-Gefährte und Zuhause für die nächsten 24 Tage in Empfang. Jetzt startet also der Abenteuer-Part unserer Reise. Nach einer 90-minütigen Übergabe und Einführung ins 4x4-Fahren geht’s los in den Yanchep National Park im Nordwesten von Perth. Ein erstes Mal bauen wir die Sonnenmarkise und das Rooftop-Zelt auf. Ufff, wir haben gut zugehört und es hat alles einwandfrei geklappt.
Beim Abendessen kriegen wir Besuch und eine Känguru-Familie hoppelt fröhlich
auf die Wiese vor unserem Stellplatz und beginnt zu grasen. Die Mutter mit dem Kleinen
im Beutel und das Männchen finden aber schnell die Gräser auf unserem Platz
besser. So sitzen wir an unserem Camping-Tischchen, essen und schauen den drei
zu, wie sie um uns herum in einer Entfernung von 3 Metern ebenfalls zu Abend
essen. Fast, als hätten wir ein gemeinsames Dinner. 😉
Am nächsten Tag geht es weiter durchs Innland, durch unendliches
Farmland, bis wir mitten im Nirgendwo unser nächstes Ziel erreichen: den Wave
Rock.
Wir bestaunen und beklettern die riesige Felsformation - und kämpfen wieder einmal mit den Fliegen. 😝 Aber
dafür haben wir angenehme 31 Grad. In der Nacht hingegen fröstelt es uns ein
erstes Mal in unserem Zelt, da es ganz Wüsten ähnlich auf 10 Grad abkühlt. Zum
Glück haben wir eine kuschelige Bettdecke!
Die Reise führt uns weiter Richtung Süden, wo wir nach einer weiteren Nacht in Esperance auch die beiden Nationalparks Cape Le Grand und Cape Arid erreichen - fern ab von jedem Telefonempfang und Internet: erstes Outback-Feeling. Marcel kommt bei den Offroad-Pisten langsam in Fahrt und hat sichtlich Spass an der Strecke.
Wir sind seit Stunden alleine unterwegs. Ehhmmm, pardon… uns
laufen Kängurus, Emus, Hasen, Echsen und Schlangen über den Weg.
An einem wunderschönen Plätzchen im Cape Arid National Park, oberhalb des Thomas River, mit Sicht auf die ganze Bucht und den wunderschönen Strand, stellen wir unser Nachtlager auf. Bevor es ans Apéro geht, machen wir einen Spaziergang an den Strand und erkunden die Gegend.
Doch leider schlägt das Wetter um, es wird windig und immer kälter. Unser Apéro und das Abendessen geniessen wir zwar, aber beide fallen etwas weniger ausgedehnt aus. Und so liegen wir um 19.30 Uhr (!!!) auch schon fröstelnd in unserem Rooftop-Zelt – in der Zwischenzeit hat auch noch Regen eingesetzt.
Am nächsten Morgen klettern wir mässig motiviert aus unserem
Zelt die Leiter herunter. Es giesst immer noch in Strömen, dazu ein eisiger
Wind. Zum Glück hat unser Zelt dichtgehalten. Wir suchen einen Unterschlupf, um
zu frühstücken und besprechen, was wir machen wollen. Ohne Empfang, können wir
natürlich keinen Wetterbericht konsultieren. Wir fahren eine Stunde durch die
mittlerweile seifig-schwammigen Pisten an den Rand des Cape Arid National Parks,
wo wir wieder ein bisschen Empfang haben. Die Wettervorhersage prophezeit keine
Besserung in den nächsten 7 Tagen. Australiens Wetterkapriolen dämpfen unsere
Stimmung wieder mal ein bisschen. Man hat uns schon diverse Male erzählt, dass das
Wetter in Australien wegen La Niña seit 2 Jahren mega schlecht sei, überall
viel zu kalt und viel mehr Niederschläge als sonst. Nach langem Hin und Her
entscheiden wir also, unsere geplante Route durch den Südwesten Australiens abzubrechen
und weiter nördlich die Wärme zu suchen.
Etwas frustriert, dass wir all die tollen (Monate lang recherchierten) Sehenswürdigkeiten nun verpassen, raspeln wir Kilometer um Kilometer. Und dann fragen wir uns doch: war es die richtige Entscheidung?
Unterwegs machen wir in einer Regenpause noch einen letzten Halt an der Südküste für die Elephant Rocks in der Nähe von Denmark. Unglaublich schön, was die Natur hier geformt hat. Wie das erst bei Sonnenschein aussehen würde…
Doch wir haben uns, eine coole Playlist und einen guten Gin
fürs Apéro im Kühlen… und so düsen wir weiter 😉
Weitere Erkenntnisse
- Tatj ist nicht für die Wildnis gemacht (Insekten, Schlangen, Spinnen… nicht ihr Ding). 😬
- Marcel ist entspannter als gedacht.😂
- Man sollte die Wochentage zumindest im Hinblick auf einen Grosseinkauf fürs Outback im Griff haben.🙈
- Wir hatten falsche Erwartungen: Australien ist überhaupt nicht so warm, wie gedacht.
- Wir haben definitiv die falschen Kleider eingepackt.
















Hauptsache ihr habt den Gin dabei hihihi, Nici
AntwortenLöschenSchade, dass das Wetter nicht so mitspielt wie gewünscht, dennoch wundervolle Eindrücke, die ihr mit uns teilt - danke! Und lasst euch nicht die Laune verderben. Wie heisst es doch so schön: es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung. LG Jacqueline
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