Wir steigen nun also bei angenehmen 38 Grad ins Flugzeug und steigen 75 Minuten später bei 13 Grad wieder aus. Willkommen in Hobart, Tasmanien. Tatj spürt den Südpol regelrecht, als wir draussen in Shorts und Pulli aufs Taxi warten. 😂
In Hobart wohnen wir in einem alten wunderschön hergerichteten Herrenhaus aus dem Jahr 1870. Unsere Gastgeber: ein Tassie und seine Frau aus Teneriffa - sie haben sich in London kennengelernt. Das gibt spannende Gespräche, vor allem über das hiesige Wetter und den Unterschied zu den Kanaren.
An unserem ersten Tag in Hobart kriegen wir einen ersten Vorgeschmack des Tassie-Wetters und es herrscht Dauerregen. Unsere Gastgeber empfehlen uns daher einen Besuch des MONA Museum of Old and New Art. Schon nur die Fahrt mit der modernen Fähre zu dieser Halbinsel ist spannend. Das Museum wurde anscheinend von einem Tasmanier eröffnet, der sein Geld mit Black-Jack-Spielen in allen Casinos der Welt machte. Er hat sich so dank seiner Fähigkeiten (man sagt er habe eine Form von Asperger) ein beachtliches Vermögen erspielt, bevor er dann weltweit aus allen Casions verbannt wurde. Und so spannend diese Geschichte klingt, so crazy sind auch einige der Ausstellungen und Inszenierungen. Manchmal gar etwas zu gewagt für uns... Aber ein Besuch war es allemal wert!
Am nächsten Tag gehen wir zu unserem Lieblings-Autovermieter und holen unser gebuchtes Auto ab. Es läuft alles reibungslos, wir kriegen das Gefährt mit unserem Schweizer Führerausweis. Einmal mehr fluchen wir innerlich über das Office in Melbourne. Nun geht es über Brücken und dem Tasman Highway entlang zu unserem ersten Ziel, zum Tasman Devil UNZOO. Ein etwas anderes Konzept als die grossen Zoos, das uns ganz sympathisch ist und das wir gerne unterstützen (die Eintritte in ganz Australien kosten ja jeweils ganz ordentlich). Und da sehen wir sie zum ersten Mal, die einzigartigen Tasman Devils.
Den Tasmanischen Teufel findet man nur in Tasmanien. Er ist etwa so gross wie ein kleinerer Hund und gehört zu den Beuteltieren. Allerdings ist er das einzige fleischfressende Beuteltier. Seit den 1990-er Jahren ist die Art durch die Krebskrankheit Devil Facial Tumour Desease bedroht und nachdem es 1999 noch etwa 150 000 Devils gab, geht man heute von einem Bestand von ca. 25 000 aus.
Da es auch hier wieder einen Känguru- und Wallaby-Bereich gab, fast so ein bisschen wie der Geissen-Streichelzoo bei uns, ist wieder mal Füttern und Fotoshooting angesagt.
Nach dem tierischen Abstecher geht es weiter auf der Tasman Peninsula nach Port Arthur. Wir besuchen das ehemalige Gefängnis der Sträflingskolonie Australien, nehmen an einer Führung teil und machen eine kurze Bootsfahrt um die Anlagen herum.
Grossbritannien schickte von 1833 bis 1850 diejenigen Sträflinge mit den höchsten Strafen hierhin. Zudem wurden schwierige Häftlinge anderer Gefängnisse hierhin verfrachtet. Hier mussten die Sträflinge in der Holzwirtschaft oder im Steinbruch arbeiten. Port Arthur galt damals als Vorzeigegefängnis, weil es einerseits aufgrund seiner Lage ausbruchsicher war, aber andererseits auch weil hier nebst körperlicher Strafe vor allem psychische Strafe eingesetzt wurde, um die Sträflinge entsprechend "zum Nachdenken zu bewegen". Auch ein Jugendgefängnis wurde errichtet, für straffällige Buben von 9 bis 12 Jahren - ab 13 galt man anscheinend als Erwachsener.
An unserem 3. Morgen können wir zum ersten Mal Hobarts Hausberg Mount Wellington sehen. Bisher war er ja immer grau umhüllt. So düsen wir sofort die kurvigen Wege hinauf und geniessen dann die tolle Aussicht auf die Stadt und die Meeresarme, die auf allen Seiten zu sehen sind.
Und jetzt erobern wir den Rest der Insel... 😅
Wissenswertes über Tasmanien
Tasmanien ist etwa 1.5 mal so gross wie die Schweiz, gehört zu Australien und liegt am östlichen Rand des Indischen Ozeans. Tasmanien hat 523 000 Einwohner, wobei 200 000 in Hobart leben, und weist eine Bevölkerungsdichte von 7.65 Personen pro Quadratkilometer auf (in der Schweiz sind es 212 pro Quadratkilometer).
Bei der Ankunft der Briten 1803 lebten ca. 3000 bis 5000 Aboriginal-Einwohner auf Tasmanien. Diese wurden bis 1865 vollständig ausgerottet und so sind auch die tasmanischen Sprachen mit ihnen gestorben.













Sehr interessant !! Lg😘😘👋👋
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